Auf Wunsch muss ich noch ein bisschen über die Max und Moritz Preisverleihung sagen. Was davon alles durch die Medien ging kann ich nicht beurteilen, da ich die Medien momentan auf Grund meiner langen Tage und kurzen (anstrengenden) Nächte nicht so verfolgen kann.
Die Max und Moritz Preisverleihung im Erlangener Markgrafentheater war dieses Jahr eine Hella von Sinnen Veranstaltung gewürzt mit den ein wenig verschwurbelter Fragen von Denis Scheck. Gleich zu Beginn während der OB von Erlangen seine wohlvorbereitete Rede vom Blatt abspulte schoss Hella aus dem Off auf die Bühne und meint, nein, nein, nein, das lesen wir aber jetzt nicht alles vor. Der OB war etwas verblüfft spielte aber in seiner politischen Art etwas mit und sie pickten sich gemeinsam die wichtigsten Passagen aus der Rede heraus und schon war die Einleitung vorbei.
Zu Hella von Sinnen muss man sagen, dass man sagen kann was man will. Sie hat die Veranstaltung zwar einerseits zu IHRER Veranstaltung gemacht indem sie redete wie ein Wasserfall und viele andere wenig zu Wort kommen lies und auch das Wort abschnitt, hat aber andererseits die Veranstaltung aus ihrer üblichen Einheitsbrei-Ödnis herausgeholt. Sie hat auch ihre Hausaufgaben gemacht und war zu allen nominierten Comics bestens informiert.
Ich will hier jetzt aber nicht so lang werden wie die Veranstaltung, deshalb in Kürze. Die Jury ist wie immer in Frage zu stellen. Zu sehr dem Feuilleton und dem Franko-Belgischen Comic zugetan und viel zu wenig bereit die ganze Bandbreite zu erfassen. Nominiert waren Titel von Carlsen, Reprodukt, Avant usw. Egal. Die wichtigsten Preisträger waren Ralph König für Archetyp als bester Comic Strip, Alpha Directions von Jens Harder als bester deutschsprachiger Comic (was in meinen Augen nicht mit rechten Dingen zuging, denn der war noch nicht fertig, durfte jedoch als PDF und Digitaldruck eingereicht werden. Hallo!? Pomme d’amour hätten wir vor 2 Jahren auch als PDF einreichen können zudem habe ich sogar gehört, dass in diesem Jahr andere Verlage ihre nicht fertigen Comics nicht als PDF einreichen durften, ist mit zweierlei Maß gemessen und absolut nicht gerecht).
Dann der Publikumspreis der an Ulli Lust ging die am Donnerstag für ihr Werk Heute ist der letzten Tag vom Rest deines Lebens den ICOM Preis als bester deutscher Comic bekam. Ulli ging auf die Bühne und auf die Frage, ob sie sich freue antwortete sie frech aber ehrlich, “Ich habe mich gestern über den ICOM-Preis gefreut!”. Zuletzt der beste deutsche Zeichner. Der wurde öffentlich von den Juroren auf der Bühne abgestimmt. In der ersten Runde war Isabell Kreitz mit einer Stimme vorne, die Stichwahl der drei besten Nominierten gewann dann aber mit einer Stimme Vorsprung Nicolas Mahler. Er geht auf die Bühne, nimmt die Silbermedaille und seine Urkunde entgegen und sagt dann nachdem man ihn endlich zu Wort kommen lässt, “Kömma jetzt Schluss machn.” Danach Bratwurst und Bier.
Wer Genaueres dazu wissen möchte, kann das auf der Comic-Salon Erlangen Homepage nachlesen.
Insgesamt war (wenn ich jetzt bereits in der Vergangenheitsform sprechen darf) der Comic Salon zwar sehr schön wie immer, aber die Besucherzahlen ließen schwer zu Wünschen übrig. So leer wie in diesem Jahr, habe ich den Salon noch selten erlebt. Wirklich traurig das schmale deutsche Comic-Publikum zu sehen. Ihr könnt das doch besser. Der Salon findet auch nur alle zwei Jahre statt und wer weiß, ob das nicht sowieso der letzte gewesen ist.
Die Carlsen, Ehapa, Paninni Party gestern Abend war sehr heiß und nach kurzer Zeit auch sehr überfüllt, da keiner mehr am gestrengen Türsteher mit seinem Getränk nach draußen ins Freie durchkam. Danach war die Party zumindest unten schnell wieder leer (nachdem alle ausgetrunken hatten), oben aber wurde mit DJ Piwi feste getanzt und geschwitzt.
Ich zog nach zu viel Alkohol mit 2/3 der anwesenden Dinter Brüder weiter in den Schwarzen Ritter, blieb dort aber nicht sehr lange.
Was ich an diesem Abend noch gelernt habe. Bei stiller Post kann am Ende doch das richtige herauskommen. Stefan Pannor (der neue Möchtegern Max und Moritz Juror, Quelle: Der röhrende Hirsch), sagte zu Krismann bring das Paket zu Die Biblyothek und lass Lydia grüßen, er versteht aber nicht Lydia sondern Rüdiger. Kommt zu mir, gibt mir das Paket und sagt eben noch, Stefan lässt Rüdiger grüßen. Ich verstehe aber wieder Lydia und sage, Danke das bin ich. Krismann schaut wie ein Autobus und geht ab. Gestern Abend hat er mir bei der Party das Missverständnis erklärt und wir haben viel gelacht. Ich heiße ab sofort also nicht Lydia B. Schönberger sondern Lydia R. Schönberger. Außerdem bekam ich von Försters Freundin noch den Namen Mona Lisa. Warum auch immer. Es war schon spät.
Wem das jetzt zu viel Information war, der verzeihe mir. Immerhin ein Blogbeitrag. :)
Heute signiert noch von 13 - 15 Uhr Le Pro seinen Utan und Artik bei uns am Stand und von 14 - 15 Uhr (wenn alles klappt) Barbara Yelin und Ulli Lust Pomme d’amour.